Duftlexikon

Duftlexikon 2017-05-04T10:41:59+00:00

G   H  I  J  K  L  O  Q  R  S  W  X  Z

A

Adlerholz (OUD)

Der Adlerholzbaum ist ein seltener immergrüner Laubbaum aus dem asiatischen Regenwald. Bei Verletzungen im Geäst entwickelt er zu seinem Schutz ein von Pilzen infiziertes Harz. Aus diesem Harz wird ein Öl gewonnen dessen Duftpalette von balsamisch-süß über würzig-bitter bis holzig-animalisch reicht. Der wohlriechende Duft gilt als einer der teuersten der Welt.

Aldehydig

Aldehyd ist eine chemische Bezeichnung für Stoffgruppen. In der Parfumsprache werden Düfte als aldehydig bezeichnet, die eine elegante, feminine Note haben. Sie bringen blumige und fruchtige Düfte noch mehr zur Geltung. Das bekannteste mit Aldehyden komponierte Parfum ist Chanel No.5.

Alkohol

Alkohol dient in der Parfumerie als Lösungsmittel. Er sorgt für die Aufnahme des Duftes in die Hautoberfläche ebenso wie für die Abgabe an die Umgebungsluft durch Verdunstung.

Amber (Bernstein)

Amber wird aus einem fossilen Harz gewonnen. Bei der Verarbeitung entsteht eine klebrige Essenz. Amber findet Verwendung in ledrigen, männlichen Parfums.

Ambra

Ambra ist ein Verdauungssekret des Pottwals, das früher zur Parfumherstellung verwendet wurde. Frisches Ambra ist weich und riecht stechend und unangenehm. Durch den Kontakt mit Salzwasser, Sauerstoff und Licht verändert sich die Substanz und fand als begehrter Duftstoff Eingang in die Parfumindustrie. Heute wird meistens eine synthetische Variante verwendet.

B

Basisnote (Fond)

Im dreiphasigen Duftverlauf ist die Basisnote der zuletzt wahrnehmbare Bestandteil des Parfums. Er enthält meist langanhaltende Duftstoffe wie z.B. Hölzer, Gewürze und animalische Noten und kann bis zu einer Woche haften.

Benzoe

Benzoe ist die Bezeichnung für das Balsamharz des tropischen Styrakbaumes. Der Duft erinnert an Vanille und Schokolade und findet Verwendung in orientalischen und warmen Duftkompositionen.

Bergamotte

Das ätherische Bergamotteöl wird aus den Schalenbestandteilen der Früchte des Bergamottenbaumes gewonnen. Der Duft ist angenehm citrusartig, frisch und wird seit dem 18. Jahrhundert in vielen Parfums verwendet. Das bekannteste ist das Eau de Colognes.

Blumig

Blumige Aromen gehören zu der größten Duftfamilie. Man unterscheidet zwischen, einzelnen Blütennoten wie Maiglöckchen, Jasmin oder Flieder und einer Mischung (Bouquet) aus verschiedenen Blütennoten wie blumig-fruchtig (mit Fruchtaromen durchsetzt), blumig-grün (mit Aromen aus Blättern, Gräsern oder Stängeln durchsetzt) oder blumig-holzig.

Bouquet

Als Bouquet wird in der Parfumsprache das Zusammenspiel verschiedener Blumennoten bezeichnet.

C

Chypre

Chypre ist die Bezeichnung für Düfte, die in der Kopfnote aus Citrusölen, z. B. Bergamotte, Orange oder Neroli bestehen. Als Herznote werden blumige Bestandteile verwendet, während die Basisnote Labdanum, Eichenmoos und Patchouli enthält. Chypre – franz. für Zypern – steht für warme, erogene und sinnliche Parfums. Francois Coty kreierte 1907 mit seinem Parfum Chype, den Vorreiter für eine ganze Duftfamilie.

D

Designerdüfte

Designerdüfte tragen den Namen eines Modelabels. Sie werden von beauftragten Parfumeuren eigens entwickelt und runden das Portfolio des Modelabels ab.

Destillation

Die Destillation ist das gebräuchlichste Verfahren zur Gewinnung ätherischer Öle. Durch Wasserdampf werden die leicht flüchtigen Bestandteile von den übrigen Pflanzenbestandteilen gelöst. Das heiße Wasserdampf-Ölgemisch wird anschließend abgekühlt und vom Wasser getrennt.

Duftfamilien

Parfums werden gerne sogenannten Duftfamilien zugeordnet. Man versucht über diesen Weg eine gewisse Systematik zu erzeugen, was bei der Vielzahl und Komplexität der Parfums sehr schwierig ist. Als Orientierung bieten sich folgende Duftfamilien an: Orientalisch, Blumig, Chypre, Fougére, Holzig und Ledrig.

E

Eau de Cologne

Bezeichnung für 3-5 % Parfumbestandteil in alkoholischer Lösung.

Eau de Parfum (EdP)

Bezeichnung für 8-15 % Parfumbestandteil in alkoholischer Lösung.

Eau de Toilette (EDT)

Bezeichnung für 4-8 % Parfumbestandteil in alkoholischer Lösung.

Eau Fraîche

Bezeichnung für 1-3 % Parfumbestandteil in alkoholischer Lösung.

Eichenmoos

Eichenmoos ist eine gelbgrüne Flechte, die meist auf Eichen wächst. Der Duftbestandteil wird durch Destillation mit Lösungsmitteln oder durch Vakuumdestillation gewonnen. Eichenmoos – genauso wie andere Moosarten – können sogenannte Kontaktallergien hervorrufen. Aus diesem Grund ist die Verwendung von Eichenmoosextrakten für Kosmetika innerhalb der EU seit 2010 stark eingeschränkt.

F

Fougére

Fougère steht für franz. Farn. Da Farn nicht riecht, ist er ein Phantasiebegriff für Duftkompositionen mit frischer-krautiger Lavendelnote als Kopfnote und moosigem Charakter in der Basis. Viele Herrenparfums kommen aus dem Bereich der Fougére Duftfamilie.

Frangipani

Frangipaniessenzen werden aus den wachsartigen Blüten des Tempelbaumes erzeugt, der ursprünglich aus Mexiko, Mittelamerika und der Karibik stammt und mittlerweile in allen warmen Ländern verbreitet ist. Ihr Duftprofil ist sanft, fruchtig und cremig. Die fruchtigen Nuancen verleihen den Parfums einen Hauch von Exotik.

G

Galbanum

Galbanum ist ein Duftstoff, der aus dem Harz eines mehrjährigen Strauches mit Heimat in Zentralasien gewonnen wird. Das reine ätherische Öl wird als warm würzig, balsamisch mit leicht pfeffriger Note beschrieben.

H

Heliotrop

Heliotrop ist aus dem griechischen abgeleitet und bedeutet „sich der Sonne zuwendend“. Heliotropessenzen werden aus den blauvioletten Blüten des gleichnamigen Strauches gewonnen. Ihr Duft ist pudrig-süss wie Mandel, Marzipan und Vanille und ihre Wirkung entspannend.

Herznote

Wenn sich die Kopfnote verflüchtigt hat, wird die Herznote – als zweite Phase im Duftverlauf – wahrnehmbar. Sie bestimmt den eigentlichen Charakter des Parfums und kann von einem bis zu drei Tagen haften.

Holzig

Als holzig werden Parfums bezeichnet, die eine starke Ausprägung von ätherischen Ölen aus Edelhölzern wie Ceder, Vetiver oder Sandelholz besitzen. Neuerdings werden auch synthetische Duftstoffe verwendet. Klassischerweise sind Parfums mit holzigem Charakter eher Herrendüfte. In Damenparfums sorgen sie für die Duftdauer und den pudrigen Charakter der Basisnote.

K

Kopfnote

Die Kopfnote ist die erste Phase des dreiphasigen Duftverlaufes. Sie vermittelt den ersten Eindruck und entwickelt sich innerhalb einer Minute nach dem Auftragen auf die Haut. Die intensiven, leichten und schnell flüchtigen Duftstoffe der Kopfnote sind maximal einen Tag wahrnehmbar.

L

Labdanum

Bezeichnung für ein Harz, das aus einem Zistorienbaum gewonnen wird. Die Heimat des Baumes ist das Mittelmeergebiet. Der warme, würzige balsamische Duft mit leichter Ledernote wird gerne als Fixateur für orientalische Duftnoten verwendet.

Leder

Ledernoten spielen vor allem in maskulinen Parfums eine Rolle. Lederdüfte gibt es in vielen verschiedenen Varianten von blumig und samtig bis säuerlich und rauchig.

M

Moschus

Moschus ist ein Sekret aus der Brunftdrüse der Moschushirsche. Er besteht aus den beiden Duftelementen ledrig, haar- und urinartig sowie einer intensiven süßen Note. Sparsam eingesetzt, wecken die animalischen Komponenten Emotionen wie Wärme und Geborgenheit aber auch sexuelle Anreize. Heutzutage wird in der Parfumindustrie ausschließlich synthetisch hergestellter Moschusduft verwendet.

N

Néroli

Néroli wird vorwiegend für die Herznote eingesetzt und ist im Duftprofil zart-blumig, frisch, süß und lieblich. Das ätherische Öl wird durch Destillation aus den Blüten der Pomeranze (Bitterorange) gewonnen. Der betörende Duft weckt südländisch-sonnige Urlaubsgefühle.

O

Orientalisch

Als orientalisch werden Parfums bezeichnet, die einen warmen, schweren, süßlichen und exotischen Duftcharakter besitzen. Wörtlich genommen, verströmen diese Parfums die Gerüche aus 1001 Nacht.

P

Patchouli

Patchouli – oder auch Patschuli – wird aus den Blättern einer krautigen Pflanze gewonnen. Sie gehört zu der Gattung der Lippenblütengewächse und ist in Asien und Afrika beheimatet. Patchouli verleiht Parfums eine exotische Note und wird oft in orientalischen Parfums eingesetzt.

Pudrig

Mit pudrig wird ein Geruchseindruck beschrieben, der durch das Zusammenspiel von moosigen, holzigen und süßen Elementen entsteht. Das pudrige Element eines Parfums wird meist wahrgenommen, wenn die frischen und blumigen Bestandteile verflogen sind und die Basisnote den Geruchseindruck bestimmt.

T

Tonkabohne

Die Tonkabohne ist der mandelförmige Samen des Tonkabaumes, der im nördlichen Südamerika und in der Karibik wächst. Der süßliche Duft der Tonkabohne erinnert an Vanille. Der Tonkabohne wird eine sinnliche und erotisierende Wirkung nachgesagt, schon deshalb findet die Tonkabohne sowohl in Damen-als auch in Herrendüften Einzug.

Tuberose

Tuberosen (Nachthyazinthen) stammen ursprünglich aus Südamerika und sind Pflanzen der Familie Amaryllis. Das aphrodisierende ätherische Öl wird aus den zarten weißen Blüten gewonnen und duftet sehr süß und blumig. Seine erotisch-sinnliche Wirkung verleiht jedem weiblichen Parfum eine Nuance von Luxus und Eleganz. Einer der bekanntesten Düfte ist Jil Sander.

U

Unisex-Düfte

Als Unisex-Düfte werden Parfums bezeichnet, die gleichermaßen für Frauen und Männer konzipiert sind.

V

Vetiver

Das Vetiveröl wird aus den Wurzeln des in Asien beheimateten Grases gewonnen. Es riecht nach Erde und Wald und wird durch seine lange Haltbarkeit auf der Haut gerne in Parfums eingesetzt.

Y

Ylang-Ylang

Ylang-Ylang-Öl wird durch Destillation aus den Blüten des tropischen Ylang-Ylang-Baumes gewonnen. Die Blüten verströmen einen sehr intensiven süßen und blumigen Duft, dem sinnliche Eigenschaften zugesprochen werden.

Z

Zeder

Zedern sind immergrüne Bäume aus der Familie der Kieferngewächse. Aus dem Holz bestimmter Zedernarten wird das gleichnamige Öl gewonnen, das in der Parfumindustrie breite Anwendung findet.

Informationen zu Kosmetik, Tierversuchen und Alternativmethoden finden sie beim Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW).

Facebook